Aufmerksamkeit & Orientierung

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    Aufmerksamkeit ist die Basis für jedes Training mit deinem Hund. Erst wenn dein Hund aufmerksam ist und darauf achtet, was du tust, könnt ihr richtig loslegen. Sich am Menschen zu orientieren ist die Grundlage dafür, dass dein Hund an lockerer Leine gehen kann. Auch diese Orientierung erfordert in erster Linie Aufmerksamkeit. Daher beginnen wir mit einer Übung, um genau diese – freiwillige – Aufmerksamkeit zu trainieren.

    Dein Hund lernt, dass sich der Blick zum Menschen lohnt. Das geschieht ohne weitere Worte oder Signale, denn wir wollen auch später nicht permanent um die Aufmerksamkeit unseres Hundes kämpfen, sondern er soll sich gern und von sich aus an uns orientieren.

    Du stellst dich also mit deinem angeleinten Hund an einen Ort mit nicht all zu viel Ablenkung und wartest einfach ab, bis er sich von allein in deine Richtung umdreht. Er muss dir nicht unbedingt ins Gesicht schauen, sondern es reicht schon, wenn er sich einfach in deine Richtung bewegt oder in deine Richtung blickt. Diesen Moment fängst du mit Marker und Belohnung ein. Auch wenn dieser erste Blick noch rein zufällig war, so kann dein Hund doch mit der Zeit verstehen, worum es geht und sein Verhalten wird zielgerichteter werden, um Marker und Belohnung zu erhalten.

    Bleibt dein Hund nach diesem ersten Marker und der Belohnung noch einen Moment bei dir oder schaut sogar gleich nochmal zu dir? Wunderbar, bitte marker und belohne auch das! Dein Hund lernt so, dass es sich lohnt, in deiner Nähe zu bleiben. Nach 2-4 Belohnungen hintereinander gibst du deinem Hund ein Freigabesignal und schickst ihn schnüffeln. Hilf ihm gern dabei, indem du mit ihm zusammen zu einer Schnüffelstelle gehst.

    Läuft dein Hund nach der Belohnung gleich wieder los und interessiert sich dann schon nicht mehr für dich? Das macht erstmal gar nichts! Warte einfach den nächsten Blickkontakt ab und belohne diesen. Mit der Zeit sollte dein Hund öfter zu dir schauen. Überlege auch, ob der Ort, an dem du gerade bist, noch zu ablenkend für deinen Hund ist, oder ob deine Belohnungen nicht hochwertig genug sind.

    Passt ansonsten alles, aber dein Hund rennt trotzdem nach jedem Leckerchen gleich wieder los, kannst du Folgendes probieren: In dem Moment, in dem dein Leckerchen im Hundemaul verschwindet, markerst du direkt nochmal und gibst ein weiteres Leckerchen, bevor dein Hund überhaupt auf die Idee kommen kann, wieder los zu schießen. Gib dann ebenso schnell dein Freigabesignal und schick deinen Hund damit schnüffeln. Er lernt dadurch, dass nach dem ersten Leckerchen auch noch eine weitere Belohnung kommen kann. Es wird dadurch wahrscheinlicher, dass er auch von sich aus einen Moment abwarten wird, ob nicht doch noch ein Leckerchen zu verdienen ist.

    Das Ziel der ganzen Übung ist, dass dein Hund sich von allein zu dir umdreht, du 2-4 Mal für Blickkontakt (ganzer Mensch zählt) belohnst und deinen Hund dann mit Freigabesignal wieder schnüffeln schicken kannst.

    Du kannst dieses kleine Aufmerksamkeitsspiel dann auch mit anderen Signalen verknüpfen. Der Name deines Hundes kann zum Beispiel zum Startsignal werden. Du kannst auch andere Tricks und Signale zwischen die Blickkontakte bauen. Wichtig dabei ist nur, dass dein Hund Spaß an der Sache hat und gut für seine Aufmerksamkeit belohnt wird.

    Freiwillige Aufmerksamkeit deines Hundes kannst du gern immer belohnen, auch wenn ihr gerade gar nicht aktiv an etwas übt. Außerdem ist die freiwillige Aufmerksamkeit ein Zeichen für dich, dass dein Hund nun bereit ist, mit dir zu arbeiten. Beginne jede Übung erst dann, wenn dein Hund wirklich bei dir ist. Das heißt, dass du beim Thema lockere Leine erst dann los gehst, wenn dein Hund dich wenigstens einmal kurz angesehen hat. Dein Hund darf ruhig lernen, dass Blickkontakt seinen Menschen bewegt.