Das Lauerspiel

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    Das Lauerspiel ist eine schöne Möglichkeit, gleich mehrere Teile des Jagdverhaltens in ein kleines Belohnungs- oder Beschäftigungsspiel einzubinden. Dein Hund darf dabei ein Leckerchen oder ein Spielzeug erst belauern und dann hinterher hetzen, packen und zumindest beim Leckerchen auch noch fressen. Es berücksichtigt also besonders die Bedürfnisse und Vorlieben deines Hundes und ist damit als Belohnung deutlich hochwertiger, als wenn du ihm den Keks oder das Spielzeug einfach so gibst.

    Der Aufbau

    Schritt 1

    Im ersten Schritt fangen wir den ersten Blick zum Leckerchen oder Spielzeug ein, um dem Hund das Konzept zu vermitteln, dass sich Hinschauen lohnt. Du darfst dabei ruhig ein bisschen geheimnisvoll tun und den Gegenstand spannend machen. Achte nur darauf, dass dein Hund nicht so heiß darauf ist, dass er sofort losspringt.

    • Spiel ein kleines bisschen „Guck mal, was ich da hab“-Theater, während das Leckerchen noch in der Tasche oder das Spielzeug hinterm Rücken ist.
    • Hole dann langsam den Gegenstand hervor
    • Marker in dem Moment, in dem dein Hund den Gegenstand das erste Mal anschaut
    • Als Belohnung wirfst du nun das Leckerchen oder das Spielzeug so, dass dein Hund ein Stück hinterher hetzen kann.

    Schritt 2

    Nun wollen wir uns ein längeres Belauern des Gegenstandes herausformen. Zögere deinen Marker also ein kleines bisschen hinaus und fange dann genau den Moment ein, in dem dein Hund möglichst bewegungslos den Gegenstand anschaut bzw. belauert. Du kannst den Gegenstand auch langsam hin und her bewegen und dein Hund belauert und verfolgt ihn mit den Augen.

    Schritt 3

    Hat dein Hund das Prinzip verstanden und belauert ein paar Sekunden den Gegenstand, dann können wir nun noch ein Wortsignal als Ankündigung für das Spiel einführen. Dazu sagst du dein neues Signal einfach direkt bevor du mit dem Lauerspiel anfängst. Der Rest bleibt gleich. So kann dein Hund das Wort mit dem Spiel verknüpfen und weiß dann schon, wenn du nur das Wort – z.B. „Lauern“ – sagst, was gleich folgt.

    Ist das Lauerspiel erstmal fertig aufgebaut, kannst du es zwischendurch auf deinen Spaziergängen, oder als Belohnung einsetzen. Du kannst es auch noch weiter variieren, es mit unterschiedlichen Gegenständen spielen oder unterschiedlich weit werfen. Bedenke nur, dass das Lauern durchaus Impulskontrolle kostet – dein Hund muss sich ja zurücknehmen, um nicht gleich loszuspringen. Impulskontrolle ist ein endliches gut. Braucht dein Hund im Alltag viel Impulskontrolle für andere Situationen, spiele lieber nicht zu oft zusätzlich das Lauerspiel oder andere Spiele, bei denen dein Hund warten und sich zurücknehmen muss.

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