Tag 3 – Signalkontrolle

    Ich hatte es ja gestern schon angedeutet: Es soll nicht allein beim Handzeichen als Signal bleiben, sondern wir wollen auch ein Wortsignal für den Handtouch aufbauen! Das Thema für heute ist also Signalkontrolle und wie wir sie auf unser Wortsignal übertragen.

     

    Dazu muss ich erstmal ein bisschen was erklären und du musst dich nachher noch für eine Variante der Signalkontrolle entscheiden. Aber keine Sorge, das klingt viel komplizierter, als es eigentlich ist. Also lies einfach bis zum Ende und solltest du dann noch Fragezeichen in den Augen haben – frag gern nach!

     

    Was ist eigentlich Signalkontrolle?

     

    Unter Signalkontrolle versteht man, wenn wir ein bestimmtes Verhalten bei unserem Hund zuverlässig durch ein bestimmtes Signal auslösen können. Signalkontrolle beinhaltet auf der anderen Seite aber auch, dass der Hund das Verhalten nicht zeigt, solange das Signal nicht gegeben wird.

     

    Nach der gestrigen Aufgabe solltest du den ersten Teil davon bei deinem Hund bereits für das Handzeichen erreicht haben: Dein Handzeichen löst das Verhalten “Hundenase berührt Hand” aus. Solange wir nur dieses Handzeichen haben, wird uns der zweite Teil der Signalkontrolle quasi geschenkt: Ist die Hand nicht da, kann der Hund so oder so nicht an sie stupsen.

     

    Was wir noch nicht haben, ist ein Wortsignal. Und mit diesem Wortsignal wird das Ding mit der Signalkontrolle dann auch eine Nummer schwieriger.

     

    Jetzt aber erstmal zum Wortsignal und dessen Einführung:

     

    Signale übertragen

     

    Der bisherige Ablauf des Handtouch war: Handzeichen – Hund stupst – Marker & Belohnung

     

    Um nun ein Wortsignal hinzu zu nehmen, setzen wir das neue Wort einfach an den Anfang dieses Ablaufs. Dein Hund verknüpft so das neue Wort mit dem bereits bekannten Signal und dem Verhalten. Durch die Belohnung sorgst du dafür, dass sich das Verhalten für deinen Hund nach dem Signal lohnt und er es in Zukunft wieder zeigen wird.

     

    Der Ablauf für das Übertragen der Signalkontrolle sieht also so aus:

    • Neues Signal geben
    • Altes Signal direkt danach geben
    • Dein Hund zeigt das erwünschte Verhalten
    • Marker & Belohnung

     

    Konkret für den Handtouch heißt das:

    • Neues Wortsignal – z.B. “touch”
    • Handzeichen präsentieren
    • Hundenase berührt Menschenhand
    • Marker & Belohnung

     

    Nach einigen Wiederholungen wird dein Hund verstanden haben, dass nach dem Wort das Handzeichen auftaucht. An diesem Punkt kannst du gut anfangen, den Futterpunkt etwas zu variieren. In der ersten Aufgabe hast du ja direkt bei der Handzeichen-Hand gefüttert. Nun kannst du auch mal das Leckerchen auf den Boden werfen oder auf der anderen Seite von dir aus der Hand geben. Hat dein Hund das Leckerchen gegessen, gibst du wieder dein Wortsignal und dein Hund wird schauen, wo deine Hand ist, die er anstupsen soll.

     

    Ob die Übertragung des Signals wirklich geklappt hat, erkennst du dann, wenn du das Signal gibst, während dein Hund den Kopf noch abgewendet hat. Reagiert er auf das Wort und sucht deine Hand? Dann hat es funktioniert und dein Hund weiß, was dieses neue Wort bedeutet!

     

    Signalkontrolle trainieren

     

    Nun fehlt nur noch der letzte Teil der Signalkontrolle: Kein Signal = kein Verhalten.

     

    Hierzu solltest du dir vorher noch ein paar Gedanken machen, was du eigentlich als Endergebnis haben möchtest. Im Moment haben wir ja vermutlich ein noch recht kurzes Antippen der Hand mit der Nase. In den nächsten Tagen werden wir uns in der Challenge aber auch noch mit der Klebenase (Hundenase bleibt längere Zeit an der Hand, wie fest geklebt) und mit der Führhand (Hund folgt der Hund in Bewegung) beschäftigen.

     

    Die Frage ist nun: Welches Signal soll deinem Hund nun sagen, was er genau machen soll? Soll es für Antippen, Kleben und Folgen verschiedene Wortsignale geben, aber das Handzeichen bleibt an sich das Gleiche? Möchtest du für Klebenase und Führhand andere Handzeichen einführen? Soll dein Hund, wenn er das Handzeichen sieht, erstmal warten, ob und was er genau damit tun soll, oder möchtest du es beibehalten, dass das Handzeichen auch alleine schon das Verhalten “Nase an Hand” auslöst?

     

    Wenn das Handzeichen weiter auch alleine den Handtouch auslösen soll – egal ob du nun das gleiche Handzeichen auch für die anderen Varianten haben möchtest, oder nicht, musst du eigentlich gar nichts mehr groß tun. Wenn du möchtest, kannst du zwischen den Wiederholungen des Handtouch deinen Hund dafür belohnen, dass er dir nicht einfach irgendetwas anderes anbietet. Gerade für sehr arbeits eifrige Hunde ist es sinnvoll, damit sie lernen, dass kein Signal auch wirklich erstmal Abwarten heißt.

     

    Möchtest du das gleiche Handzeichen auch für die anderen Varianten verwenden möchtest, dein Hund am Ende aber darauf warten soll, welches Wortsignal und damit welches Verhalten er zeigen soll, dann solltest du mit diesem Teil der Signalkontrolle noch warten, bis wir Klebenase und Führhand auch aufgebaut haben. Bringst du ihm jetzt schon bei, dass das Handzeichen ohne das Wort heißt “warte bitte auf mein Wort”, kann das dazu führen, dass er dir beim Aufbau der anderen Varianten nicht mehr das Anstupsen anbietet – das hättest du ja dann auch systematisch abtrainiert. Du kannst, wie im Abschnitt zuvor beschrieben, deinen Hund für’s Nichtstun belohnen, während du gar kein Signal oder Handzeichen gibst. Für später kannst du dir dann schonmal die folgenden Trainingsschritte anschauen:

     

    Wenn du das kurze Stupsen (oder später die anderen Varianten des Handtouch) unter Signal haben möchtest und dein Hund trotz Handzeichen erst auf das Wort warten soll, kannst du das so trainieren:

     

    Schritt 1:

    Zeige deinem Hund dein Handzeichen – am besten erstmal in einer Höhe, in der er noch nicht gleich losspringt, um es an zu stupsen – und marker & belohne ihn sofort dafür, dass er noch nichts getan hat! Baue diese Übung in unregelmäßigen Abständen in “normale” Wiederholungen “Wortsignal – Handzeichen – Verhalten – Belohnung” ein.

     

    Schritt 2:

    Lass mit der Zeit die Handzeichen-Hand so weit sinken, dass sie in der normalen Handtouch-Position ist. Belohne deinen Hund mehrfach und schnell hintereinander dafür, dass er nichts tut, solange du dein Wortsignal nicht gegeben hast. Bevor er von selbst mit der Nase zur Hand geht, gib dein Wortsignal – dein Hund stupst deine Hand an – Marker & Belohnung. Die Handzeichen-Hand darf dabei nun auch gern länger an ein und derselben Stelle bleiben und nur noch dein Wortsignal macht den Unterschied, ob dein Hund stupsen soll, oder nicht.

     

    Schritt 3:

    Die Abstände zwischen den Leckerchen für’s Nichtstun werden nun langsam ausgedehnt. Sollte es doch mal passieren, dass dein Hund ohne Wortsignal an die Hand stupst, belohne das bitte nicht, aber nimm es als Zeichen dafür, dass die Übung noch etwas zu schwer und die Pause zwischen den Leckerchen schon etwas zu groß war. Dein Ziel ist es, dass dein Hund nach Möglichkeit keine Fehler macht – und dafür bist du verantwortlich, indem du oft genug das belohnst, was du haben möchtest!

     

    Deine Aufgabe für heute:

     

    1. Wähle ein Wortsignal für den Handtouch (z.B. “touch”, “stups”, “Nase” …)
    2. Führe das Wortsignal ein, indem du die Signalkontrolle vom Handzeichen – wie oben beschrieben – auf dein neues Wort überträgst.
    3. Entscheide dich, welche Art von Signalkontrolle du für den Handtouch gerne haben möchtest.
    4. Belohne deinen Hund zwischen den Wiederholungen des Handtouch dafür, dass er einfach nichts tut und folge den oben beschriebenen Schritten für deine gewählte Variante.

     

    Hui, das war schon eine recht umfangreiche Aufgabe, oder? Du kannst aber beruhigt sein: Die wichtigsten Schritte und die großen Entscheidungen hast du hinter dir! Nach der “Pflicht” folgt in den nächsten Tagen noch die “Kür” mit einigen weiteren Varianten und Aufgaben.

     

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