Tag 5 – Die Führhand

    Wir haben bisher das kurze Anstupsen und das längere an der Hand Kleben trainiert. Jetzt ist es Zeit für die dritte Variante des Handtouch – die Führhand! Dabei soll dein Hund mit seiner Nase deiner Hand folgen, während sich diese bewegt.

     

    Bevor wir aber zu den genauen Trainingsschritten kommen, sollten wir erstmal genau beschreiben, was eigentlich unser Ziel für die Führhand ist.

     

    Definiere dein Ziel

     

    An sich lassen sich zwei Arten der Führhand unterscheiden. Bei der einen soll die Hundenase nach Möglichkeit immer an der Hand kleben bleiben. Bei der anderen folgt die Nase mit einem bisschen Abstand zur Hand und berührt diese erst wenn sie stehen bleibt.

     

    Die Klebe-Führhand hat den Vorteil, dass du damit die Bewegung und die Kopfposition deines Hundes sehr genau kontrollieren. Sie eignet sich besonders gut für sportliche Einsatzzwecke, zum Beispiel für die Fußarbeit, oder aber wenn du die Führhand in sehr engen Situationen nutzen willst, um deinen Hund hindurch zu führen. Bequem ausführbar ist diese Variante allerdings nur bei größeren Hunden, bei denen die normale Nasenhöhe auch im Stehen mit der Hand gut erreichbar ist.

     

    Die Führhand mit Abstand hat dafür den Vorteil, dass wir sie auch leicht wegweisend verwenden können, wenn es unpraktisch wäre, den ganzen Führweg exakt mit der Hand in Nasenhöhe vorzugeben. Außerdem funktioniert diese Variante auch wunderbar für kleine Hunde.

     

    Voraussetzungen

     

    Für die Klebe-Führhand solltest du vorher die normale Klebenase gut geübt haben, so dass dein Hund schon ein paar Sekunden an deiner Hand kleben kann. Die Anleitung, wie du das trainierst, kannst du im Zweifelsfall nochmal in der Mail von Tag 3 nachlesen.

     

    Für die Führhand mit Abstand sollte dein Hund zuverlässig die Hand anstupsen, wenn du sie mit entsprechendem Handzeichen präsentierst. Solltest du für die Führhand ein anderes Handzeichen verwenden wollen, als du es am ersten Tag der Challenge für den normalen Handtouch aufgebaut hast, dann wiederhole bitte die Schritte von Tag 1 nochmal mit dem neuen Handzeichen für die Führhand.

     

    Die Führhand aufbauen

     

    Je nachdem, welche Variante du nun trainieren möchtest, unterscheidet sich der folgende Aufbau geringfügig. Der wichtigste Unterschied ist, welche Momente du mit dem Marker einfängst: Bei der Klebe-Führhand liegt dein Fokus darauf, dass dein Hund im Moment des Markers deine Hand tatsächlich berührt. Bei der Führhand mit Abstand markerst du die Bewegung in Richtung Hand mit Blick zur Hand.

     

    An sich ist dann der Trainingsaufbau ganz einfach und einleuchtend. Wie immer gehen wir ganz kleinschrittig vor und machen es dem Hund immer so leicht, dass er es mit großer Wahrscheinlichkeit richtig machen wird.

     

    Schritt 1:

    • Präsentiere dein Handzeichen
    • Ist die Nase deines Hundes an der Hand angekommen (Klebe-Führhand) bzw. kurz davor, bewege deine Hand langsam ein ganz kleines Stück weg von deinem Hund.
    • Dein Hund wird vermutlich deiner Hand folgen, um sie wie gewohnt zu berühren.
    • Marker & Belohnung an der Handzeichen Hand

    Schritt 2:

    • Präsentiere dein Handzeichen
    • Bewege die Hand wieder ein Stück von der Hundenase weg. Beginne die Strecke, die deine Hand zurück legt, etwas zu variieren und nach und nach länger werden zu lassen. Achtung: Immer wieder auch kürzere Wiederholungen machen, damit die Motivation nicht flöten geht!
    • Während dein Hund der Hand folgt, je nach Variante in einem Moment, in dem er die Hand berührt (Klebe-Führhand) bzw. wenn er mit Blick zur Hand in Bewegung ist:
    • Marker & Belohnung an der Handzeichen Hand

     

    Schritt 3:

    Nun kannst du deine Position zum Hund variieren, je nachdem für welche Situationen du die Führhand später benutzen möchtest. Übe also zum Beispiel auch, wenn dein Hund neben dir steht, so dass ihr gemeinsam in eine Richtung geht, oder führe deinen Hund mit der Hand im Kreis um dich herum.

     

    Bei der Führhand mit Abstand kommt noch hinzu, dass du den Abstand zur Hand variieren kannst, je nachdem, wie du es später gerne hättest. Den Anfang hast du ja mit sehr wenig Abstand zur Hand gemacht, damit dein Hund versteht, worum es geht. Hast du aber einen kleinen Hund, oder möchtest deinen Hund mit deiner Führhand etwas flexibler dirigieren können, musst du nun langsam diesen Abstand vergrößern. Belohne einfach weiter, wenn dein Hund die Hand anschaut und ihr folgt.

     

    Schritt 4:

    Hast du es – noch ohne Ablenkung – so weit geschafft, dass dein Hund deiner Hund ein gutes Stück weit so folgt, wie du es dir als Zielverhalten vorgestellt hast, dann kannst du nun auch ein Wortsignal dafür einführen. Du kannst dafür einfach die Anleitung von Tag 2 benutzen.

     

    Schritt 5:

    Was nun noch fehlt ist die Generalisierung, also dass du die Führhand in vielen verschiedenen Situationen mit langsam steigender Ablenkung trainierst. Das wird sicherlich nicht gleich heute der Fall sein! Denke immer daran, dass du FÜR den Notfall und nicht IM Notfall trainierst.

     

    Deine Aufgabe für heute:

     

    • Definiere für dich, wie dein Zielverhalten aussehen soll – mit der Klebenase, oder im Abstand zur Hand?
    • Übe die Führhand mit deinem Hund, wie oben beschrieben.
    • Stelle das Verhalten unter Signal, so wie es an Tag 2 erklärt wurde.
    • Sofern du die verschiedenen Arten des Handtouch auch unter unterschiedliche Wortsignale stellen möchtest, kannst du nun mit der Unterscheidung dieser Signale und an der Signalkontrolle trainieren.

     

    Das war jetzt schon die vorletzte Aufgabe! Kaum zu glauben, wie schnell die letzten Tage vergangen sind. Morgen gibt es noch eine Aufgabe, in der es darum geht, wie du noch weiter an und mit dem Handtouch und seinen Varianten trainieren kannst!

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